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1. Tag:  NÜRNBERG › PARIS › LOS ANGELES › Broadway Theatre District › Public Library
Von Nürnberg fliege ich mit Air France Regional nach Paris-Charles-de-Gaulle, nach London Heathrow der zweitgrößte europäische Flughafen. Der Shuttle-Bus bringt mich zum Abfluggate L26 am Terminal 2. Das ist nicht so komfortabel, wie bei meinem Lieblingsflughafen Schiphol in Amsterdam, wo alle Gates zu Fuß erreichbar sind. Weil einem Passagier die Einreise in die USA verweigert wird und daraufhin sein Gepäck wieder ausgeladen werden muss, verzögert sich der Abflug. Es ist mein erster Flug mit dem Airbus A 380, mit 516 Plätzen das größte Passagierflugzeug. Um 11.00 Uhr startet der Airbus mit halbstündiger Verspätung nach Los Angeles. Auch wenn ich einen guten Platz (15D) nahe am Ausgang erwischt habe, fühle ich mich wie in einer Sardinenbüchse.

Zum Mittagessen gibt es clafoutis de tomate à la moutarde, pâtes penne aux carottes, champignons et courgetees, façon blanquette; camenbert, barre d’ananas, crumble aux framboises et aux groseilles. Klingt gut auf französisch, schmeckt aber katastrophal. Nach ein paar Bissen habe ich genug davon. Ich sehe mir noch den Film „Men in Black 3” an und versuche danach ein wenig zu schlafen, was aber aufgrund der unbequemen Sitze nur mäßig gelingt. Das mein Sitznachbar nahezu den ganzen Flug verschläft, ist unglaublich. Auch wenn ich den Hinflug nicht so gut in Erinnerung behalten werde, Schwamm darüber. Die Konsequenz die ich daraus ziehe... das ist mein letzter Langstreckenflug in der Holzklasse! Mittlerweile achtzehn Stunden auf den Beinen, pumpe ich mich mit Koffein voll um fit durch den restlichen Tag zu kommen. Der Airbus A 380 hat die Verspätung fast aufgeholt und landet um 13.15 Uhr auf dem Los Angeles International Airport.

Downtown Los Angeles, häufig auch zu Downtown L.A. abgekürzt, ist die Innenstadt von Los Angeles, Kalifornien. Sie befindet sich ungefähr im geographischen Mittelpunkt des ausgedehnten Stadtgebietes und liegt fast genau an dem Ort, an dem vor fast 250 Jahren die Gründung der Stadt durch spanische Missionare und Siedler erfolgte. Heute befindet sich dort das politische Zentrum sowohl der Stadt als auch des County Los Angeles. Darüber hinaus ist Downtown L.A. der Sitz zahlreicher kultureller und wirtschaftlicher Institutionen. Wie die meisten Stadtviertel von Los Angeles hat auch Downtown L.A. keine offiziellen Grenzen. Jedoch kann eine ungefähre Einordnung anhand des Los Angeles River im Osten, des Hollywood Freeway im Norden, des Santa Monica Freeway im Süden und des Harbor Freeway im Westen erfolgen. Quelle: wikipedia

Der Los Angeles Airport ist nicht für den A 380 ausgerichtet und man wird mit dem Shuttle-Bus zum Thomas Bradley International Terminal gefahren. Dort stehen schon endlose Menschenschlangen an der Immigration. Mit der Zollabfertigung vergeht eine Dreiviertelstunde bis ich diese Hürde genommen habe. Bei der National Mietwagenstation steht nur ein einziger SUV in der Choice-Line. Mir bleibt nichts anderes übrig als mit einem KIA Sorento (Meilenstand 7150) vorlieb zunehmen. Nachdem das Gepäck verstaut ist, lotst mich das Navi direkt zum Hotel The Standard Downtown LA. In Los Angeles war ich schon mehrmals, von daher sind die üblichen Touristenziele Hollywood, Santa Monica oder Venice Beach kein Thema. Downtown Los Angeles besteht aus siebzehn verschiedenen Distrikte, darunter u.a. Art District, Bunker Hill, Flower District, Little Toyko und South Park. Faszinierend finde ich den Mix aus Alt und Neu in Downtown Los Angeles. Zwar kann Downtown L.A. nicht mit Chicago, die Stadt der modernen Architektur, konkurrieren, dennoch gibt es viele sehenswerte Gebäude.

Die imposante Wolkenkratzer sind ein Kontrast zu den teils noch gut erhaltenen Gebäuden aus den 30er Jahren. Sehenswert sind das Bradbury Building, City Hall, MoCA, Public Library und noch einige andere Gebäude. Nur ein paar Häuserblocks von meinem Hotel sind es bis zum Bradbury Building an der S Broadway zu laufen. Das äußerlich eher unscheinbare Bradbury Building ist eines der ältesten Gebäude in Downtown. 1893 erbaut, wurde es seitdem als Drehort für zahlreiche Fernseh- und Kinofilme benutzt, u.a. für den Science-Fiction Kultfilm „Blade Runner.” Es wird teilweise als Bürogebäude genutzt und steht als National Historic Landmark unter Schutz. Neben dem Bradbury Building sind noch dreißig weitere historische Gebäude in Downtown im National Register of Historic Places in Los Angeles verzeichnet.

Für Kinoliebhaber ist der Broadway Theatre District ein Paradies. Fast ein Dutzend Theater aus dem „Goldenen Zeitalter der Filmpaläste” befinden sich entlang des South Broadway, u.a. das Los Angeles Theatre, Million Dollar Theatre, Orpheum Theatre oder Palace Theatre. Äußerlich herunter gekommen, versprühen sie innen noch den alten Glanz. Wie opulent diese Filmpaläste ausgestattet sind, kann man hier sehen. Gerne hätte mir das eine oder andere prunkvolle Theater angesehen. Auch Clifton’s Cafeteria (1931 eröffnet) befindet sich auf der S Broadway. Clifton’s Cafeteria ist die älteste im Cafeteria-Stil erhaltene Lokalität in Los Angeles und die größte Cafeteria (600 Plätze über drei Etagen) in der Welt. Leider klappt es nicht mit einem Besuch – Clifton’s ist es wegen Restaurierungsarbeiten bis Frühjahr 2013 geschlossen. Ein Juwel ist die Public Library (1926 erbaut) an der 630 West 5th Street, direkt neben dem The Standard Downtown LA.

Am frühen Abend gehe ich in die Bottega Louie (700 S Grand Ave) eine Kleinigkeit essen. Das grauenhafte Flugzeugessen noch im Gedächtnis, gibt es hier Pasta, die auch den Namen Pasta verdient. Beliebt sind die div. Small Plates. Ich bestelle drei davon: BURRATA w/roasted vine tomatoes, BRUSSELS SPROUTS w/pistachios, PORTOBELLO FRIES. Zurück im Hotel schaue ich noch hinauf zur Rooftop Bar. Die Bar befindet sich auf der Dachterrasse, umgeben von einer Tanzfläche, Swimming Pool und Wasserbettschalen – den Panoramablick auf die umliegenden Wolkenkratzer gibt es als Dreingabe. Im The Standard Hotel übernachten viele junge Gäste – vielleicht ist das auch ein Grund, warum am frühen Abend so viele hübsche Frauen hier sind. Ich kann mich aber nicht mehr lange auf den Beinen halten und falle um 21.30 Uhr todmüde ins Bett.


Gefahrene Strecke: 16 Meilen +++ Unterkunft: The Standard Downtown LA, Los Angeles +++ Wetter: 30°C, sonnig


2. Tag:  LOS ANGELES › Union Station › Walt Disney Concert Hall › City Hall › Capitol Tower ›
WESTLAKE VILLAGE › RED CANON SP › RIDGECREST
Gott sei Dank macht sich der Jet Lag nicht so stark bemerkbar wie befürchtet – ich kann immerhin sechs Stunden durchschlafen. Bereits kurz nach 4.00 Uhr bin ich wieder unterwegs. Ich schaue mir zuerst die Union Station, gegenüber dem El Pueblo de Los Angeles Historic District (die Geburtsstätte von Los Angeles), an. Fototip: Stativ ist für Innenaufnahmen verboten. Das urige LA Café in der Historic Spring Street ist eines der wenigen Downtown Cafés das rund um die Uhr geöffnet hat. Die Gegend um den Broadway und Fashion District ist ziemlich heruntergekommen. Auch wenn mir einige zwielichtige Gestalten über den Weg laufen, habe ich keine Angst nachts durch die Straßen von Downtown zu laufen. Die Walt Disney Concert Hall ist eines der vielen architektonischen Meisterwerke in Los Angeles. Die geschwungenen Linien zeigen die Handschrift des Architekten Frank Gehry, wie man sie auch im Guggenheim Museum in Bilbao, EMP in Seattle, Vitra Design Museum in Weil am Rhein oder Novartis Pharma Campus in Basel sehen kann.

Nur einen Häuserblock südlich davon befindet sich das Museum of Contemporary Art, kurz MOCA. Dort sticht Nancy Rubins provokative Skulptur aus Flugzeugteilen sofort ins Auge. Weitere Skulpturen von Nancy Rubin findet man u.a. vor der Gagosian Gallery in Beverly Hills, MOCA Chicago, MOCA New York und MOCA San Diego. MOCA Los Angeles erweitert 2013 seine Museumsfläche – direkt gegenüber entsteht das futuristische The Broad. Von der City Hall hat man eine schöne Aussicht auf den U.S. Bank Tower, mit 310 m Höhe das höchste Gebäude in Los Angeles. Die City Hall, ein im Art Déco-Stil errichtetes 32-stöckige Gebäude (1928 erbaut), ist Sitz der Stadtverwaltung von Los Angeles. Die City Hall ist das höchste Bauwerk der Welt mit seismischer Isolierung und soll selbst ein starkes Erdbeben nahezu unbeschadet überstehen. Die Aussichtsplattform in der 27. Etage ist für Besucher frei zugänglich. Fototipp: während man die Vorderseite der City Hall am besten am Nachmittag fotografiert, ist die Sicht auf Downtown von der Aussichtsplattform am besten zu Sonnenaufgang oder am frühen Abend. Leider dürfen die Besucher erst ab 8.00 Uhr die City Hall besuchen und somit hat man nicht die besten Lichtverhältnisse, egal zu welcher Zeit man die City Hall besucht.

Ich bin froh, als ich Los Angeles wieder verlasse. Verstopfte Freeways konnte ich bereits gestern erleben und auch heute läuft der Verkehr auf dem Hollywood und Ventura Fwy anfangs nur sehr zähflüssig. Nach einer Stunde erreiche ich Westlake Village, 40 Meilen westlich von Los Angeles. Westlake Village ist ein nobler Wohnort, schöne Häuser und Villen liegen entlang des künstlich angelegten Westlake Lake. In Brent’s Deli bin ich mit Marshall Blonstein zum Lunch verabredet. Marshall Blonstein ist President des audiophilen Plattenlabel Audio Fidelity, das Pop und Rock-Klassiker in bestmöglicher Klangqualität wiederveröffentlicht, u.a. von Bryan Adams, Phil Collins, Deep Purple oder Yes. Nach einer freudigen Begrüßung dreht sich unser Gespräch (fast) nur um Musik. Marshall hat mir seine neuesten CDs aus der 24-Karat-Gold-Serie mitgebracht und eine Liste mit den anstehenden Neuveröffentlichungen im nächsten Jahr – von mir gibt es einen verzierten Miniaturbierkrug aus meiner Heimatstadt Nürnberg. Spontan fahre ich noch mit nach Camarillo, wo ich die Audio Fidelity Girls Gloria und Kathy treffe. Ein Wiedersehen gibt es auch mit Roberta, die ich wie Marshall, vor zwanzig Jahren in Northridge, L.A. kennengelernt habe.

25 Meilen nördlich von Mojave liegt der Red Rock Canyon State Park. Der Park befindet sich an jener Stelle, wo die südliche Spitze der Sierra Nevada mit der El Paso Bergkette zusammentreffen. Innerhalb des State Park liegen zwei Naturschutzgebiete, u.a. die Badlands des Hagen Canyon Natural Preserve. Das Gebiet war einst die Heimat der Kawaiisu Indianer. Petroglyphen und Piktogramme in den El Paso Mountains zeugen noch heute von den Ureinwohnern. Der Red Rock Canyon State Park war auch Drehort einiger Kinofilme, u.a. Jurrasic Park, The Mummy oder Zorro Rides Again. Bei 35°C brütender Hitze besteht meinerseits kein großes Interesse an einer Wanderung. Mit einem traumhaften Sonnenuntergang geht der Tag in Ridgecrest zu Ende.


Gefahrene Strecke: 236 Meilen +++ Unterkunft: Quality Inn, Ridgecrest +++ Wetter: 35°C, sonnig bis stark bewölkt


3. Tag:  RIDGECREST › KEELER › Cerro Gordo Ghost Town › LONE PINE › Alabama Hills
Um 4.45 Uhr bin ich bereits wieder unterwegs. Zur Auswahl stehen Cerro Gordo Ghost Town oder Trona Pinnacles. Einerseits wären die Trona Pinnacles, Tuffstein Türme im Dry Searless Lake, ein interessantes Fotoobjekt, andererseits habe ich keine Lust bei 40°C in der Wüste herumzulaufen. Meine Wahl fällt somit auf Cerro Gordo. Die Ghost Town erreicht man über eine 7,5 Meilen lange und nur fahrzeugbreite Gravel Road, die sich von Keeler ausgehend durch die Inyo Mountains windet. Auf über 2400 m Höhe hat man die Aussicht hinab ins Owens Valley. In der Cerro Gordo Mine wurde so viel Silber abgebaut, wie nirgendwo sonst in California. Los Angeles verdankt seinen Aufstieg und Reichtum fast ausschließlich den Minen von Cerro Gordo.

Der KIA Sorento hat seine liebe Mühe und Not auf dieser abenteuerlichen Strecke. Die Traktion könnte besser sein und die Bremsen müssen nicht gleich schmoren, wenn man sie mal hart ran nimmt. Ein 4WD ist empfehlenswert – es sei denn man fährt im Schneckentempo hinauf und hinunter, dann dürfte die Gravel Road auch mit einem PKW zu bezwingen sein. Das American Hotel (1871), Belshaw House (1868) und Bunkhouse (1904) befinden sich noch in guten Zustand. Hinweis: Cerro Gordo ist Privatbesitz und laut Info auf der offiziellen Homepage bis auf weiteres für Besucher geschlossen. Zurück in Keeler ist es nur noch ein Katzensprung bis nach Lone Pine.

Im Alabama Hills Cafe & Bakery gibt es BLUEBERRY PANCAKES und Kaffee zum Frühstück. Im Dow Villa Motel ist leider nur noch ein Zimmer im Originalgebäude frei, was so viel bedeutet wie ein Zimmer im Miniaturformat. Ich mache einen Ausflug in die Alabama Hills. Die Movie Road ist Synonym für all die Kinofilme, die in den Alabama Hills gedreht wurden, darunter Gladiator, Iron Man, Lone Star Ranger, Maverick, Star Treck, Zabriskie Point und unzählige Western. In dieser grandiosen Western-Kulisse liegen hunderte kleine und größere Arches – von unauffälligen bis hin zu skurrilen Steinbögen. Die größte Anzahl von Steinbögen liegen im Nordteil der Alabama Hills. Zu den bekanntesten zählen der Boot Arch, Charred Arch, Cyclops Arch, Eye of Alabama, Heart Arch, Lathe Arch, Moebius Arch, Taco Bell Arch – Gunga Din Arch und Whitney Portal Arch im Südteil. Das Wetter zeigt sich heute nicht von seiner besten Seite. Es ist stark bewölkt und die orangefarbigen Granitfelsen kommen nicht richtig zur Geltung. Gott sei Dank ist es mit 25°C nicht mehr so heiß wie tags zuvor. Nachmittags fahre ich den Serpentinenabschnitt auf der 22 Meilen langen Horseshoe Meadows Road. Auf 2600 m Höhe hat man einen tolle Aussicht auf die Alabama Hills, Lone Pine und Owens Valley.

Nachtfotografie, nicht zu verwechseln mit Light Painting, hat ihren Reiz. Fotografen, wie Jerry Day, Toby Keller, Troy Paiva oder Robert Vizzini, zeigen was alles mit Nachtfotografie möglich ist. Die Abgeschiedenheit der Alabama Hills und White Mountains sind ein ideales Terrain für Nachtfotografie. Der Aufwand in nahezu dunkler Umgebung Objekte an- oder auszuleuchten, ist gar nicht so groß – ausreichend ist eine „lichtstarke” Taschenlampe. Eine Lupine Betty mit 7-fach LED-Optik und max. Lichtstärke von 2600 Lumen eignet sich sehr gut dafür. Die außergewöhnlich starke Leuchtkraft lässt sich der deutsche Hersteller Lupine gut bezahlen – 600 Euro sind ein happiger Preis für diese kleine Taschenlampe. Zur Betty gesellt sich die Piko (900 L), die ich sonst als Fahrradlampe benutze. Nachteilig sind nur die sperrigen Ladegeräte, die man zum Laden der Akkutanks benötigt. Dafür kann man die Akkutanks direkt an der 12V-Steckdose im Auto laden. Nachdem ich den Sonnenuntergang schon abgeschrieben habe, reißt plötzlich die Wolkendecke auf und die Sonnenstrahlen tauchen die Alabama Hills doch noch in goldbraune Farben. Grandios! Bevor es stockfinster wird, baue ich die Kamera vor dem Moebius Arch auf. Der „beleuchtete” Moebius Arch wirkt geradezu gespenstisch. Nicht alle Bilder gelingen auf Anhieb, dennoch bin ich mit der Ausbeute zufrieden.


Gefahrene Strecke: 144 Meilen +++ Unterkunft: Dow Villa Motel, Lone Pine +++ Wetter: 27°C, stark bewölkt bis sonnig