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Top und Flop
Gedanken zu Mastering und Remixes.
Was man seit den 90er Jahren beobachten kann: Viele CDs werden so laut, wie es nur irgendwie möglich ist, produziert. Der Grund für diesen Irrglaube liegt darin, dass man glaubt, laute CDs verkaufen sich besser. Der Trend zu „lauten” Überspielungen ist bei vielen neuen Produktionen/Wiederveröffentlichungen mittlerweile Standard. Mit dem eingeschränkten Dynamikumfang leidet unüberhörbar die Klangqualität darunter. Hier ein Beispiel für eine „laute” Überspielung. Nicht immer sollte man die Schuld beim verantwortlichen Mastering Engineer suchen, denn oft bestehen die Künstler oder die Plattenfirma selbst auf eine „lautes” Mastering/Remastering. Auch der Konsument trägt eine gewisse Mitschuld als flau wurden viele Erstveröffentlichungen auf CD verteufelt. Kein Wunder das Plattenfirmen u.a. dies zum Anlass nahmen und ihre Mastering-Produktion änderten.
Breath of Life
Die Arbeit von „Audio Music Restoration Specialist” Steve Hoffman kann man nicht hoch genug loben kein anderer Mastering Engineer versteht es die Klangqualität der Original Master Tapes so gut auf CD oder LP zu transferieren. Auf den Remaster Bob Dylan „Highway 61 Revisited” oder Elvis „24 Karat Hits!” kann man seine Philosophie „Breath of Life” klar heraushören. Leider sind diese CD/LP-Wiederveröffentlichungen von DCC Compact Classics schon lange vergriffen, ebenso das Audio Fidelity Remaster von Bad Companys Debüt. Zum ersten Mal wurde das Original Master Tape verwendet und der Klang ist klar besser im Vergleich zum regulären Remaster (Warner). Mittlerweile remastert Steve Hoffman, von wenigen Ausnahmen abgesehen, nur noch für LP-Wiederveröffentlichungen.
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Top
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Aerosmith Toys In The Attic (Sony)*
Bad Company Bad Company (Audio Fidelity)**
Patricia Barber Café Blue (MFSL)*
The Byrds Backkatalog (Sony)
CCR Backkatalog (Analogue Productions)*
Bob Dylan Bringing It All Back Home (Sony)
ELP Tarkus (Shout! Factory)
Fleetwood Mac Rumours (Rhino)
Stan Getz & Charlie Byrd Jazz Samba (DCC)**
Isaac Hayes Hot Buttered Soul (MFSL)*
Jethro Tull Aqualung (DCC)**
Rickie Lee Jones The Duchess Of Coolsville (Rhino)
Love Forever Changes (Rhino)
Bob Marley Exodus (Island)
Randy Newman Sail Away (Rhino)
Harry Nilsson Nilsson Schmilsson (BMG)
Pink Floyd Dark Side Of The Moon (EMI)*
Elvis Presley 24 Karat Hits! (DCC)**
Lou Reed Transformer (BMG)
Rolling Stones Beggars Banquet (Abkco)
Roxy Music Avalon (EMI)*
Paul Simon Backkatalog (Rhino)
Simon & Garfunkel Backkatalog (Sony)
Suzanne Vega Retrospective (Universal)
Jennifer Warnes Famous Blue Raincoat (Shout! F.)
ZZ Top Chrome, Smoke & BBQ (Warner)
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Flop
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David Bowie Backkatalog 1999 (Virgin)
Genesis Backkatalog 2007 (Virgin)
Gillan Backkatalog 2007 (Edsel)
George Harrison All Things Must Pass (EMI)
Iron Maiden Backkatalog 2002 (EMI)
Judas Priest Backkatalog 2001 (Sony)
Huey Lewis Sports (Capitol)
Ozzy Osbourne Backkatalog 2002 (Sony)
Queen Backkatalog (EMI)
The Stooges Raw Power (Sony)
Van Halen Backkatalog 1998 (Warner Bros.)
Whitesnake 1987 (EMI)
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* Hybrid-SACD abspielbar auf CD und SACD Player
** out of print
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Audiophile Labels, wie Analogue Productions, Mobile Fidelity Sound Lab, Pure Pleasure Records oder S&P Records veröffentlichen Sahnestücke, die sich für die Major Labels anscheinend nicht mehr lohnen. Genannt seien die CCR Remaster auf SACD und Vinyl, genauso wie unzählige Jazz-Aufnahmen von John Coltrane, Miles Davis, Duke Ellington, Art Pepper oder Sonny Rollins. Das im Jahr 2003 wiederauferstandene Label Mobile Fidelity Sound Lab (MFSL) hat mit hervorragend klingenden Gold, SACD und LP-Remaster aufhorchen lassen, darunter Klassiker von Allman Brothers, The Byrds, Los Lobos, Linda Ronstadt, Little Feat und Yes. Analogue Productions und Blue Matters, Ltd. bringen Jazz-Klassiker von Blue Note in limitierter LP-Auflage (45 rpm) heraus remastert in Top-Klangqualität von Steve Hoffman und Kevin Gray. Die Überraschung ist, dass sich die eigentlich totgeglaubte Vinylscheibe einen Nischenmarkt sichern konnte, während es mit der CD stetig bergab geht.
Zwischen 1980 und 2000 konnten DCC Compact Classics (DCC) und Mobile Fidelity Sound Lab (MFSL) einen Klassiker nach dem anderen auf CD oder LP veröffentlichen. Mittlerweile haben die großen Plattenfirmen ihre eigenen Reissues-Abteilungen (u.a. Sony Legacy oder Universal Chronicles) und remastern ihre Wiederveröffentlichungen meist in Eigenregie. Umso schwerer ist es nun für kleinere Labels an Lizenzen zu kommen. Für Sammler ist es ärgelich, wenn MFSL bereits veröffentlichte Titel nochmals auflegt, u.a. Santana „Abraxas” oder Rush „Moving Pictures.” Es wäre besser, wenn MFSL solche Titel veröffentlicht, welche entweder noch nicht remastert wurden oder in schlechter Klangqualität vorliegen.
Remixes sind anscheinend in Mode. Nichts spricht gegen eine neue Abmischung von den Multitrack Tapes, wenn die Qualität der Master Tapes so schlecht bzw. das Master Tape nicht mehr auffindbar ist, sodass ein Remastering keinen klanglichen Vorteil bringen würde. Zu den hervorragenden Remixes gehören unter anderen Joe Cockers Debüt „With A Little Help From My Friends”, Bob Dylan „Bringing It All Back Home” und „Highway 61 Revisited” oder auch Peter Framptons Live Album „Frampton Comes Alive”. Negativbeispiele sind die Remixes von The Who, John Lennon oder The Stooges „Raw Power”. Dennoch ziehe ich ein Remaster einem Remix vor, schon allein wegen der Authenzität der Originalaufnahme.
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Record Labels
Schade, dass Clarity, DCC Compact Classics, Pope Music oder Sheffield Records von der Bildfläche verschwunden sind. So kann man froh sein, dass sich heute einige Independent Reissue Labels etablieren konnten, u.a. Analogue Productions, Bear Family Records, Beat Goes On Records, Original Recordings Group, Pure Pleasure Records, Repertoire Records oder Speakers Corner Records. Hinzukommen noch einige audiophile Plattenfirmen, wie Chesky, First Impression Music, Groove Note Records oder Reference Recordings, die sich hauptsächlich auf Neueinspielungen spezialisiert haben. Die aufgezählten Plattenfirmen legen großen Wert auf sehr gute Klangqualität und sind Garant das der Musikliebhaber noch „Guten Klang” findet. Wenn man erstklassiges Mastering/Remastering hören möchte, dann sollte man die Credits im CD-Booklet genau studieren. Einen hervorragenden Ruf genießen u.a. Vic Anesini, Barry Diament, Eroc, Bernie Grundman, Steve Hoffman, Joe Palmaccio, Andy Pearce oder Doug Sax.
Einen tieferen Einblick über das Thema Remastering kann man hier nachlesen.
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